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Neuroth und Spitex machen gemeinsam hellhörig
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Neuroth und Spitex machen gemeinsamhellhörig

23.11.2021

Roger Demarmels lebte jahrelang mit einer Hörminderung, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Nun macht er anderen Betroffenen Mut und rät, sich früher Hilfe zu suchen. Hörakustik-Meisterin Patricia Arab-Seeger sagt derweilen, dass die Premiumpartnerschaft von Spitex und Neuroth eine wichtige Rolle bei der Erkennung unbehandelter Hörminderungen spielt.

Roger Demarmels lebt mit seiner Familie im kleinen Bündner Dorf Riom, ist Inhaber einer Schreinerei und bezeichnet die Jagd mit Schweisshündin Amea als sein grösstes Hobby. Vor gut 15 Jahren musste er wegen eines Cholesteatoms – auch «Perlgeschwulst» genannt – zunächst im linken und kurz darauf im rechten Mittelohr operiert werden. «Daraufhin verschlechterte sich mein Gehör stetig. Die Hörminderung verlief aber so schleichend, dass ich sie zu Beginn kaum bemerkte», erzählt der 48-Jährige. Doch gehandelt hat er vorerst viele Jahre lang nicht: «Ich war der Überzeugung, dass ich zu jung war für ein Hörgerät».

«Auch Jüngere sind häufig betroffen»

«Menschen mit Hörverlust sind alles andere als allein mit ihrem Problem», betont Hörakustik-Meisterin Patricia Arab-Seeger, die seit zwölf Jahren das Neuroth-Hörcenter in Chur leitet. Weil das Gehör gemeinsam mit seinem «Besitzer» altert, lebt jede dritte Person im Alter von über 60 Jahren mit einer Hörminderung. Dies bedeutet aber nicht, dass jüngere Menschen «zu jung für Hörgeräte» sind: 10 Prozent aller Menschen spüren bereits ab der Lebensmitte Hörverluste. Viele bemerkten die ersten Zeichen einer Hörminderung jedoch nicht, wollten diese nicht wahrhaben, suchten sich aufgrund von Angst oder Scham keine Hilfe oder sie seien mit der ganzen Situation schlichtweg überfordert. «Ich treffe in meinem Beruf viele Menschen, die nach vielen Jahren Hörgeräte erhalten und merken, wie viel einfacher sich ihr Leben damit gestaltet und wie viel höher ihre Lebensqualität ist», berichtet Patricia Arab-Seeger.

 

 

 

«Ich wünschte, ich hätte mir früher professionelle Hilfe wegen meines
Hörverlustes gesucht.»

Roger Demarmels

Mit Hörgeräten zur neuen Lebensqualität

Dass sich Roger Demarmels schliesslich doch Hilfe holte, ist seiner Frau und seinen Kindern zu verdanken. «Irgendwann machten sie mir klar, dass es jetzt reiche», erzählt er. «Ich bin der Typ, der sich erst Hilfe für ein gesundheitliches Problem holt, wenn er gewissermassen den Kopf unter dem Arm trägt. Aber die klaren Worte meiner Familie haben mir bewusst gemacht, dass ich etwas unternehmen muss».

Die Hörakustik-Meisterin Patricia Arab-Seeger fertigte daraufhin massgeschneiderte Hörgeräte für Roger Demarmels an – und dieser begriff, dass er doppelt falsch gelegen hatte. «Erstens bin ich nicht zu jung für Hörgeräte, sondern brauche sie dringend. Und zweitens sind moderne Hörlösungen nicht klobig und umständlich, sondern für einen Aussenstehenden kaum sichtbar und für ihre Träger einfach zu handhaben», sagt der Familienvater. «Ich wünschte, ich hätte mir früher professionelle Hilfe gesucht und den Hörgeräten eine wirkliche Chance gegeben.»

Die Premiumpartner Neuroth und Spitex

Neuroth geht davon aus, dass es in der Schweiz rund 850 000 Menschen mit korrigierbaren Hörminderungen gibt, von denen nur rund 40 Prozent Hörgeräte tragen. So kommt auch die seit 2017 bestehende Premiumpartnerschaft zwischen Neuroth und Spitex Schweiz nicht von ungefähr: 29 Prozent der Klientinnen und Klienten der Spitex waren im Jahr 2017 von Hörverlusten betroffen, die sich auf ihr Alltagsleben auswirkten.

«Die Spitex betreut also eine grosse Zahl an Menschen mit Hörverlusten und kann damit eine wichtige Rolle dabei spielen, dass diese auch erkannt werden», sagt Patricia Arab-Seeger. Für Spitex-Mitarbeitende führt Neuroth daher kostenlose Kurse durch, die unter anderem Informationen zu Hörminderungen, zur Handhabung verschiedener Hörgeräte-Typen sowie Handlungsempfehlungen im Falle von Klientinnen und Klienten mit Hörminderung vermitteln. Zudem listet Neuroth verschiedene Anzeichen eines Hörverlustes auf, welche alle Spitex-Mitarbeitenden hellhörig machen sollten. Im Falle eines Verdachts auf Hörminderung rät die Hörakustik-Meisterin zu einer einfühlsamen, aber auch zu einer transparenten und klaren Kommunikation. «Die Menschen müssen begreifen, welche Auswirkungen ihre Hörminderung bereits auf ihr Leben hat und in Zukunft haben kann.»

«Ich höre nun 1:1»

Auch Roger Demarmels hofft, dass Spitex-Mitarbeitende in der ganzen Schweiz mehr Menschen davon überzeugen können, sich Hilfe zu suchen. «Für mich war es jedenfalls wie ein kleines Wunder, als Frau Arab-Seeger mir das erste Mal meine neuen Hörgeräte einsetzte», sagt er. «Plötzlich konnte ich all die Geräusche in meiner Umgebung wieder wahrnehmen: das Rauschen eines Springbrunnens, die Gespräche meiner Mitarbeitenden und meiner Familie – und wenn ich mit meiner Hündin im Wald unterwegs war, war dieser nun nicht mehr still, sondern voller singender Vögel.»

 

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