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Können Hörgeräte Demenz vorbeugen?

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Können Hörgeräte

Demenz im Alter

vorbeugen?

Autor*in

Verena Regger

Verena Regger

18.09.2023

Wir alle haben schon einmal vergessen, wo unser Schlüssel liegt oder wie der Bekannte heisst, der uns zufällig über den Weg läuft. Für ca. 150’000 Menschen allein in der Schweiz gehört das „Vergessen“ aber unweigerlich zum Alltag. Denn sie leben mit einer Form von Demenz (wie Alzheimer). Wie hoch das Risiko ist, an Demenz zu erkranken, ist bei jeder*m unterschiedlich. Ein unbehandelter Hörverlust kann die Wahrscheinlichkeit aber wesentlich erhöhen. Wieso das so ist und was ein Hörsystem gegen Demenz bewirken kann, erklären wir in unserem Beitrag. 

Was ist Demenz und welche Ursachen gibt es?

Unter dem Oberbegriff „Demenz“ verstehen wir eine ganze Reihe von Erkrankungen, die unsere kognitiven Fähigkeiten und Hirnfunktionen betreffen. Die bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit – doch nicht alle, die an Demenz leiden, haben zugleich auch Alzheimer. Gemeinsam ist allen Demenz-Erkrankungen aber, dass sie unser Denkvermögen beeinträchtigen. Häufig beginnt es damit, dass wir vergesslicher werden oder uns Namen, Adressen oder Gesichter schlechter merken können. Im fortgeschrittenen Stadium sind dann zunehmend Wahrnehmung, Orientierung und Sprache beeinträchtigt.   

Es gibt viele unterschiedliche Demenz-Arten. Manchmal ist Demenz eine „Nebenerscheinung“ eines organischen Problems, einer Infektion oder einer anderen Haupterkrankung (wie Epilepsie, Krebs oder Multipler Sklerose). Viel häufiger ist aber die sogenannte „primäre Demenz“, eine degenerative Veränderung unserer Hirnstrukturen. Sie entsteht entweder durch das Absterben von Nervenzellen (wie bei der Alzheimer-Krankheit) oder ist gefässbedingt. Manchmal ist es auch eine Mischform.  

Die Ursachen für Demenz sind vielfältig und nicht immer eindeutig geklärt. Fest steht aber: Je älter wir werden, desto höher ist auch das Risiko, an einer Form von Demenz zu erkranken. Auch Frauen sind tendenziell häufiger betroffen, was u.a. an ihrer höheren Lebenserwartung liegt. Daneben gelten Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und fehlende Sinnesreize und Sozialkontakte als Risikofaktoren. Und auch eine Hörminderung kann mitverantwortlich für eine Demenz-Erkrankung sein.   

Kann eine Hörminderung Demenz verursachen?

Tatsächlich birgt Hörverlust, der ebenfalls mit zunehmendem Alter häufiger auftritt, ein hohes Risiko für Demenz. Der Zusammenhang zwischen Hörminderung und Demenz wurde erst vor kurzem in einer chinesischen Studie mit über 400.000 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren belegt. In Zahlen gesprochen: Eine unbehandelte Hörminderung birgt ein etwa 42% höheres Risiko, an Demenz zu erkranken.  

Aber warum ist das so? Mögliche Erklärungen sind, dass Menschen mit Hörminderung kognitiv stärker gefordert sind. Sie müssen genauer und intensiver zuhören, um Informationen zu verarbeiten – ergo arbeitet ihr Gehirn ständig auf Hochtouren und ist permanent be- und irgendwann auch überlastet.   

Auf der anderen Seite kann das Gehirn durch einen Hörverlust aber auch unterfordert sein, da viele Sinneseindrücke und Reize von aussen verloren gehen. Das Gehör und somit das Gehirn „verlernt“, diese Eindrücke zu verarbeiten. Ist man im Alter eher allein und lebt zurückgezogen, verstärken sich diese Risikofaktoren zusätzlich. Hören und Zuhören sind also nicht nur für unsere sozialen Aktivitäten essenziell, sondern auch für unser Denk- und Erinnerungsvermögen!  

Können Hörgeräte das Risiko für Demenz senken?

Gleichzeitig wurde in den Studien beobachtet, ob der Einsatz von Hörgeräten aktiv vor dem Verlust unserer kognitiven Fähigkeiten schützen und Demenz vorbeugen kann. Das Ergebnis ist dabei ganz eindeutig: Menschen mit einer Hörminderung, die ein passendes Hörgerät tragen, haben kein erhöhtes Demenz-Risiko. Es ist sogar vergleichbar mit Menschen, die ihre normale Hörstärke besitzen. Insbesondere altersbedingter Hörverlust kann mit einem Hörsystem ausgeglichen werden und damit das Risiko für Demenz und Alzheimer deutlich senken.   

Natürlich spielen auch andere Faktoren wie das Umfeld und die eigene geistige Aktivität eine wichtige Rolle. Trotzdem geht all das Hand in Hand: Wer gut hört, kann auch besser am Leben teilnehmen. Denn soziale Kontakte, Reden und Zuhören, Eindrücke sammeln und Erinnerungen schaffen sind der beste Schutz vor dem Vergessen!  

Achten Sie auf Ihr Gehör und auf Ihren Geist!

Unabhängig davon, ob Sie bei sich selbst eine Hörminderung vermuten oder einfach rechtzeitig vorsorgen wollen: Es ist nie zu spät, sich um seine Hörstärke zu kümmern. Vor allem, wenn sie zugleich zum Erhalt Ihrer geistigen Gesundheit beiträgt! Mit einem Hörtest in Ihrem Hörcenter oder vorab via Hörtest App und Online-Hörtest finden Sie schnell heraus, wie es um Ihr Hörvermögen steht und wie Sie Ihre Hörstärke auch langfristig mit dem passenden Hörsystem erhalten.   

Denn ein fittes Gehör ist Grundvoraussetzung für einen fitten Geist – und somit auch für ein aktives Leben. 

Denken Sie an Ihren Hörtest?

Nicht vergessen: Am 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag. Eine gute Gelegenheit für Sie, sich Gedanken über Ihr Gehör zu machen und einen Termin in Ihrem Neuroth-Hörcenter wahrzunehmen. 

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