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Silvester, Knaller und Hörstärke: Feiern ohne Risiko

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Silvester, Knaller
und Hörstärke:
Feiern ohne Risiko

Autor*in

Carmen Scherbichler

27.12.2023

Silvesterfeiern mit lauter Musik und knallendem Feuerwerk gehören für viele zum Jahreswechsel dazu. Die Knallkörper können sogar bis zu 145 Dezibel laut werden – was für unsere Ohren eine grosse Herausforderung darstellt. Damit wir nicht auf die amüsanten und ausgelassenen Feiern verzichten müssen, gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Das kommt auch unserer Hörstärke zugute. 

Eine Partynacht mit Folgen? 

In den ersten Tagen nach Neujahr herrscht in einer HNO-Arztpraxis oft viel Betrieb. Das hat nicht zuletzt mit den lauten Silvesterkrachern zu tun. Die Knallkörper sind zwar spassig, aber nur solange sie kein Knalltrauma auslösen und unsere Hörstärke beeinträchtigen. Nach feucht-fröhlichen Feierlichkeiten in einer grossen Menschenmenge ist das leider keine Seltenheit. Laut CEO und Hörakustik-Meister Lukas Schinko kann ein Kracher bis zu 145 Dezibel erreichen. „Das ist lauter als ein startender Düsenjet. Ein kurzer Knall genügt, um das Gehör dauerhaft zu schädigen. “Denn die Schmerzgrenze des menschlichen Ohrs liegt bei durchschnittlich 120 Dezibel.“ Manchmal reicht sogar ein einziger Knaller, um ein Trauma auszulösen.  

Was ist ein Knalltrauma überhaupt? 

Ausgelöst werden Knalltraumata durch einen Lärm, der plötzlich und kurz auftritt und einen sehr hohen Schalldruck erzeugt. Dadurch können unsere Ohren geschädigt werden, da sie nicht schnell genug darauf reagieren. Unser Gehör braucht in etwa eine Zehntelsekunde, um sich auf eine bestimmte Lautstärke einstellen zu können. Der explosionsartige Knall eines Silvesterböllers dauert nur zwischen einer und drei Millisekunden. Daher kommen die natürlichen Abwehrmechanismen unserer Ohren etwas zu spät. Knalle, Schüsse und ähnliche Geräusche sind ausserdem im oberen Frequenzbereich angesiedelt, was sie zusätzlich gefährlich für unsere Ohren macht. Die Entfernung ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor. Je näher der Knaller am Ohr ist, desto schlimmer ist der mögliche Hörschaden. Es lohnt sich also, auf die Hörstärke und Ohrgesundheit zu achten. 

Und die medizinische Sicht? 

Ein Knalltrauma wird als Stoffwechselkollaps im Innenohr beschrieben. Die dort befindlichen Sinneszellen werden dabei geschädigt. Im Normalfall bleiben die Gehörknöchelchen und das Trommelfell intakt. Letzteres kann jedoch unter Umständen durch den Druck in den Ohren perforiert werden. Hier spricht man von einem Riss im Trommelfell. Auch ein Tinnitus kann auftreten. In den meisten Fällen sieht das Ohr also auf den ersten Blick unauffällig aus. Das ist aber nur bis zu einem bestimmten Punkt der Fall. Anhand der typischen Symptome können wir dennoch erkennen, dass es sich um ein Knalltrauma handelt. Oft wird das Ohr auch sehr empfindlich und es fühlt sich an, als wären unsere Höreindrücke verzerrt.

Wie geht es weiter? 

Das Knalltrauma tritt immer in Verbindung mit einer Hörminderung auf und kann sogar zu einem vollständigen Hörverlust führen. Die Symptome und Beschwerden selbst verbessern sich oft in den ersten Tagen und Wochen nach dem Knalltrauma und sind in den ersten Stunden am stärksten bemerkbar. Treten sie auch noch am nächsten Tag auf, sollten Sie eine*n HNO-Expert*in zurate ziehen. Leider kann eine dauerhafte Hörminderung als Folge eines Knalltraumas nicht ausgeschlossen werden. Dabei sind oft die höheren Tonlagen betroffen, die nicht mehr so gut wahrgenommen werden können. Es kommt sehr häufig vor, dass nur eine Seite – die der Lärmquelle zugewandt ist – ein Knalltrauma entwickelt. Im Prinzip sind die Heilungsaussichten sehr gut. Wichtig sind dabei die professionelle Unterstützung und schnelle Behandlung – damit finden wir schnell wieder zur Hörstärke zurück. Im Idealfall können wir ein Knalltrauma von vornherein vermeiden – beispielsweise durch den geeigneten Gehörschutz. Passend zum entsprechenden persönlichen Bedarf, kann dieser individuell hergestellt werden.

Ein Gehörschutz ist der Schlüssel 

Individuell angefertigte Schutzmassnahmen sind in lauten Umgebungen notwendig, um unsere Ohren angemessen zu unterstützen. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten und Methoden. Spezielle, professionell angepasste Otoplastiken gehören hier ebenso dazu, wie Lärmschutz-Kopfhörer mit Noise-Cancelling. Im Fall der Silvesterparty sind Erstere natürlich der Idealfall. Allerdings können auch herkömmliche Ohrstöpsel schon eine Verbesserung darstellen. Wenn wir uns auch noch regelmässige Pausen gönnen und uns um unsere Hör-Gesundheit kümmern, sollten spannende und doch angenehme Partys kein Problem darstellen. So können wir uns gemeinsam mit unseren Liebsten freuen und uns voller Elan dem neuen Jahr widmen.

Wir wünschen Ihnen eine sichere und hörstarke Silvesternacht und ein frohes neues Jahr!

Wie begehen Ihre Ohren den Jahreswechsel? 

Haben Sie Ihre Hörstärke schon auf die Silvesterfeierlichkeiten vorbereitet? Um ganz sicherzugehen, informieren wir Sie gerne über den passenden Gehörschutz – bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch. 

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